Wissen Sie, woher das Klavier seinen Namen hat? Der Name stammt von dem lateinischen Wort "clavis". Clavis heißt übersetzt "Schlüssel". Denn auf der anfangs z.B. beim Clavichords offen sichtbaren Taste war ursprünglich der gespielte Ton vermerkt. Durch die spezielle Anordnung der Tasten wurde die Claviatur der "Schlüssel zum Musizieren." Daher hießen früher auch alle Tasteninstrumente "Clavir". Die Klaviatur wird somit zur Verbindung zwischen Spielgefühl und Ton. Die Spielart umfasst die Einstellungen der Klaviatur sowie der Mechanik, die es ermöglicht, dass Sie Ihre Empfindungen im Sinne des Namens Pianoforte von Piano bis Forte ausdrücken können!
Sich über das Musizieren emotional auszudrücken gelingt mittels des Spielgefühls. Dieser Prozess wird über die Spielart optimiert. Der gefühlvolle Ausdruck dessen, was sich in einem abspielt, ist sicher für alle Klavierspieler ein Mehr-Wert-Thema mit Tiefgang! Die Musik ist dabei kein passiver Spiegel des eigenen Innenlebens. Das Musizieren ist ein intensiver Dialog mit dem Innersten. Dabei scheinen Gegensätze unvereinbar. Doch richtig eingestellt und individuell angepasst bedient das Klavier das ganze Spektrum der Befindlichkeiten von beruhigender Entspannung bis zur hochmotivierten Anspannung.
Hinweise zum emotional ausdrucksstarken Klavier spielen sowie zu weiteren Themen des Klavierspiels finden Sie auf meiner Webseite www.klavierspiel.info.
In das Wunderwerk der Klavier- und Flügelmechanik biete ich Ihnen unter www.praeludio.info interessante Einblicke. Klicken Sie dort in der Navigationsleiste auf den Button Mechanik-Modelle und wählen Sie entweder das Mechanik-Modell des Klaviers oder des Flügels aus. Durch Ihren Klick auf das Bild öffnet sich ein neues Fenster. Nun können Sie im Detail an dem interaktiven Modell die Vorgänge in der Mechanik sogar in Zeitlupe studieren. Diese beiden Modelle bilden den technisch anschaulichen Hintergrund zur Spielart.
Zum Seitenanfang Wodurch wird der Dynamikbereich eines Klaviers bzw. Flügels optimiert?Schrittweise stieg in der Entwicklung der Tasteninstrumente der Tonumfang von anfangs 4 Oktaven beim Klavier auf mehr als 7 Oktaven, im Fall des Superflügels Imperial der Firma Bösendorfer sogar auf 8 Oktaven. Mit dem größeren Tonumfang verbunden war der zunehmend solistische Einsatz des Klaviers gemeinsam mit dem Orchester. Dieser Prozess des Übergangs des Cembalos als dem Orchester dienender Generalbass hin zum späteren Hammerklavier als Soloinstrument wurde bereits von Johann Sebastian Bach eingeleitet. Um sich gegen das Orchester durchsetzen zu können, musste das Klavier lauter werden. Daher bekam das Klavier insgesamt dickere Saiten und ab der Mittellage anstelle der ursprünglich 2 Saiten eine dritte Saite pro Ton. Aus der Sicht dieser Entwicklung ist das Thema der Lautstärke im Klavierbau bedeutsam.
Leider hat man in der Folge übersehen, dem Pianissimo als ausgleichendes Gegenstück genauso viel Aufmerksamkeit zu widmen. Als wesentliche Verbesserungen der Spielart werden im Allgemeinen lediglich angeführt:
Im Zusammenhang mit der Spielart des Pianos werden die Möglichkeiten des Dynamikbereichs sowohl vom Pianissimo als auch vom Fortissimo begrenzt. Eine gute Spielart erlaubt daher das Ausschöpfen des gesamten Spektrums der Lautstärken. Beim Pianissimo-Spiel ist demnach erwünscht, dass man einen zarten Ton auch dann noch erzeugen kann, wenn man die Taste ganz langsam herunter drückt.
Ist die Spielart beim Pianissimo-Spiel aufgrund des Spielwerks oder der Regulierung der Mechanik ungenügend, ist der Spieler gezwungen, das Pianopedal zu benutzen. Beim Klavier ist der Einsatz dieses Pedals in der Regel nicht ausreichend und beim Flügel verändert die Verschiebung der Mechanik beim Einsatz des linken Pedals die Klangfarben. Die Veränderung des Klangs ist aber in der Regel kein erwünschter Effekt. Im Übrigen verstimmt sich ein Flügel beim forcierten Einsatz des Pianopedals schneller, da außer in der untersten Oktave die Saiten pro Ton ungleichmäßig belastet werden.
Fazit: Das Pianissimo-Spiel ist ein Qualitätskriterium der Spielart, da es den möglichen Danymikbereich entweder begrenzt oder optimiert!
Zum Seitenanfang Veränderungen durch VerschleißJa, die Spielart kann sich im Lauf der Zeit verändern. Auf meiner Informations-Webseite www.praeludio.info finden Sie in der Navigationsleiste den Button Mechanik-Modelle. Dort finden Sie die interaktiven Modelle der Klavier- sowie der Flügelmechanik. An beiden Modellen können Sie erkennen, wie das geräuschlose Ineinandergreifen der einzelnen Mechanikteile ermöglicht wird. Durch eine Vielzahl von ganz unterschiedlichen Filzen und Ledern zwischen den harten Hölzern und Metallteilen werden Spielgeräusche vermieden. Die Mechanikteile greifen aufgrund der weichen Materialen passgenau ineinander. Diese "Weichteile" der Mechanik unterliegen jedoch einer natürlichen Abnutzung. Der Materialschwund durch Abnutzung kann durch ein Nachregulieren der Mechanik wieder ausgeglichen werden. Durch das Regulieren lässt sich die Mechanik immer wieder exakt einstellen. Eine gleichmäßig eingestellte Mechanik garantiert Ihnen die Spielkontrolle und optimiert so die Spielart. Im Endergebnis steigert sich für Sie die Spielfreude!
Zum Seitenanfang Die Spielart ermöglicht den Ausdruck der GefühleJa! Die Spielart ist für alle ein reizvolles Thema. Denn das Piano ist selbst ein emotionales Thema. Neben der Stimmung und der Spielart werden wir vom Pianoklang in unserem tiefsten Inneren berührt. Das Klavierspiel lebt von einem ganz besonderen Spannungsfeld. Denn das Klavier spielen ermöglicht es uns, sowohl die Spannungen des Alltags abzubauen, als auch uns mit Harmonie neu aufzuladen! Die Spielart ist somit für den Hobbyspieler mindestens genauso wichtig wie für den künstlerisch gestaltenden Pianisten, da die Spielart dazu beiträgt, sich emotional auszudrücken!
Hinweise zum ausdrucksstarken da gefühlvollen Klavierspiel sowie zur Gestaltung der Klangfarben am Klavier finden Sie auf meinen Webseiten unter der Adresse www.klavierspiel.info.
Zum Seitenanfang Der Tastsinn ist für Klavierspieler elementarDiese Frage kann man gut beantworten, indem man einen Vergleich zwischen Keyboard und Klavier anstellt:
Lange Zeit versuchten die Keyboard-Produzenten, den Anschlag und somit die Spielart des Klaviers nachzubilden. Diese Aufgabe ist offensichtlich nicht so leicht zu lösen. Aber die Aufgabe scheint sehr wichtig zu sein. Denn jeder, der die Spielart eines Klaviers kennen gelernt hat, empfindet den Anschlag beim Keyboard als gefühllos. Die Spielart wird ebenso wie der Klang häufig unterschätzt. Doch beide Faktoren besitzen unterbewusst eine sehr hohe Gewichtung. Andernfalls würde es schon längst nur noch Keyboards und keine Klaviere mehr geben.
Musik ist bekanntlich die Sprache der Gefühle. Beim Musizieren geht es folglich darum, seinen Gefühlen Ausdruck zu verleihen. Diese Funktion erfüllt die so genannte Spielart. Die Spielart ist an einem Tasteninstrument ganz besonders wichtig. Denn im Gegensatz zu anderen Musikinstrumenten hat der Klavierspieler weder den direkten Kontakt zum Klangkörper noch den freien Blick auf die Technik, die die Töne erzeugt. Klavierspieler haben als Bedienfeld eine Klaviatur. Die Klaviermechanik liegt hinter den Tasten im Verborgenen. Für Klavierspieler sind die Einstellungen an der Klaviertechnik sowie der Klaviatur daher ein nachvollziehbares Qualitätskriterium. Denn die dadurch erreichte Spielart ermöglicht ihnen, das Spielgefühl über die Klaviatur von Piano bis Forte auszudrücken.
Wenn man sich die letzten Aussagen noch einmal bewusst macht, dann erkennt man, dass Klavierspieler gleichsam blind spielen, da sie
sehen. Blinde sind gezwungen, durch den Einsatz mehrerer Sinneskanäle ein inneres Bild der äußeren Welt zu erzeugen. Dies weisen eindrucksvoll Aufzeichnungen Bildgebender Verfahren in so genannten Hirnscannern nach. Dabei kann man sehen, dass es bei sehenden Probanden auf Zuruf eines Begriffs nur im visuellen Kortex flackert. Bei blinden Probanden flackert es dagegen an mehreren Stellen im Gehirn. Im Transfer auf den Klavierspieler und Pianisten verdeutlicht das noch einmal die Rolle des Spielgefühls und bestätigt somit aktuell die ursprüngliche Übersetzung des Begriffs Taste als das Werkzeug zum Tasten. Vor diesem Hintergrund gewinnt die Spielart ganz erheblich an Bedeutung. Denn die Spielart wird zur Verlängerung meines Tastsinns, der ein Dialogsinn ist. Das Klavier spielen wird mittels des Tastsinns zu einem selbst-reflexiven Lernprozess, mit dem sich der Klavierspieler die Black Box der Klaviermechanik und der damit verbundenen Tonerzeugung wie ein Blinder erarbeitet!
Anmerkung: Als Black Box bezeichnet man in der Kybernetik einen möglicherweise sehr komplexen Bereich, dessen Inhalt unbekannt ist. Man ermittelt den wahrscheinlichen Inhalt, indem man bestimmte Reize in diese Black Box eingibt und beobachtet, was daraufhin als Ergebnis herauskommt.
Zum Seitenanfang Mit Gefühl die Spielart entwickelnHier erfahren Sie etwas von der Kreativität der Klavierspieler. Es geht um die Kultivierung des Leisen, des Pianospiels. Als 1709 Bartolomeo Cristofori die Hammermechanik als eine Nachbildung des Hackbrettspiels entwickelte, nannte er dieses Instrument gravicembalo col piano e forte. Über die Zwischenstufe des Hammerklaviers wurde daraus das Pianoforte. Diesem Namen Pianoforte werden die Funktionen der beiden ursprünglichen Pedale des Instruments gerecht, die jeweils das Piano- bzw. Forte-Spiel unterstützen.
Wenn Sie Klavierspieler sind, dann werden Sie an dieser Stelle Einspruch erheben. Denn am Klavier hat man den Eindruck, dass man beim Betätigen des linken Pedals keinen Unterschied hört. Daher verzichten die meisten Klavierspieler sehr schnell auf den Einsatz des linken Pedals.
Die gleichen Klavierspieler stellen mit Erstaunen fest, dass der Einsatz des linken Pedals an einem Flügel tatsächlich zu einer hörbaren Veränderung führt. Was ist der Hintergrund? Die Ursache für die unterschiedlichen Ergebnisse liegt in dem Einsatz verschiedener technischer Lösungen des gleichen Pedals beim Klavier und Flügel:
Zwar funktioniert das leisere Spiel mittels des Einsatzes der Verschiebetechnik des Pianopedals (Una-Corda-Pedal) beim Flügel besser als die Verkürzung des Hammerwegs beim Klavier, aber das Verschieben der Mechanik bewirkt auch eine Veränderung der Klangfarben sowie der Resonanz. Da diese Nebenwirkungen jedoch nicht in jedem Fall erwünscht sind, würden Pianisten beim Flügel häufig die Technik der Verkürzung des Hammerwegs vorziehen. Wenn die Verkürzung des Hammerwegs im Flügel technisch optimal gelöst ist, muss beim Einsatz eines solchen Pedals die Einheit aus Taste und Mechanik erhalten bleiben. Anders als beim Treten des linken Pedals des Klaviers werden so die Impulsübertragung und damit die Effizienz der Bewegungen der Klavierspieler gesichert. Die Variante der Verkürzung des Hammerwegs im Flügel bewirkt das erwünschte leisere Spiel, ohne dass sich Klangfarben und Resonanz verändern.
Anmerkung: Es ist eine Folge der oben beschriebenen Black Box, dass Klavierspieler beim Treten des Pianopedals ihre Spielart kontraproduktiv anpassen. Da der Klavierspieler keinen Blick auf die Mechanik hat und somit nicht sieht, was sich beim Treten dieses Pedals mechanisch ereignet, reagiert er verärgert. Der Ärger entsteht dabei interessanterweise aus der Verbindung des erwarteten aber zu geringen hörbaren sowie des gleichzeitig unerwarteten spürbaren Unterschieds. Der Klavierspieler spürt den Verlust der Wirksamkeit seines Spiels durch die entstehende Lücke innerhalb der Mechanik beim Treten des Pianopedals. Diese Wahrnehmung wird jedoch unterbewusst verarbeitet und aufgrund der Uneinsichtigkeit in die technischen Abläufe im Hintergrund wird der Verlust der Wirksamkeit negativ bewertet. Das so entstehende schlechte Gefühl bewirkt wie bei einer Stress-Reaktion den Ausgleich des Verlusts durch einen erhöhten Krafteinsatz. Mehr Kraft ist aber für das eigentliche Ziel des leiseren Spielens kontraproduktiv!
Wie sieht die kreative Lösung dieses Problems aus? Klavierspieler und Pianisten imitieren den Effekt der Hammerwegverkürzung durch die Spielart. Beim Pianospiel geschieht das, indem man die Taste langsam herunterdrückt, wodurch der Hammer beim Klavier etwas nach vorne geschoben bzw. beim Flügel etwas angehoben wird. Erst dann drückt man die Taste zügig durch. So funktioniert die kreative Lösung des Pianospiels mittels einer entsprechend der Technik angepassten Spielart. Diese Spieltechnik funktioniert sowohl am Klavier als auch am Flügel unter Verzicht des Einsatzes des Pianopedals. Allerdings muss man diese Spieltechnik erst lernen und anschließend variabel verfügbar machen.
Woraus schließe ich, dass das Pianospiel einen Mehrwert hat? Nun zum einen aus dem Namen, der heute international gebräuchlich ist: Das Piano. Und zum anderen aus der Information, dass es einige wenige Flügel zum Beispiel von Fazioli gibt, die die beiden unterschiedlichen Pianotechniken durch ein jeweils eigenes Pianopedal ermöglichen. Da dies aber nur in der gehobenen Preisklasse angeboten wird, besitzt das Pianospiel offensichtlich einen für Klavierspieler und Pianisten wesentlichen Mehr-Wert.
Zum Seitenanfang Kann man am Flügel besser Klavier spielen?Ja, denn der Flügel verfügt über eine so genannte authentische Spielart. Was man darunter verstehen kann, lässt sich anschaulich nachvollziehen, wenn man sich die frühe Entwicklung von Kindern betrachtet. Vorgeburtlich wurden sie im Fruchtwasser von der Mutter getragen. Nach der Geburt lernen sie, sich und Gegenstände im Schwerkraftfeld der Erde zu bewegen. Alle Bewegungen mit einem ähnlichen Muster empfinden wir später als authentisch im Sinne von echt, original oder einfach nur als bereits gewohnt. Diese Bedingungen finden wir beim Flügel vor. Denn die Flügelmechanik hat im Vergleich zur Klaviermechanik im Schwerefeld der Erde die günstigere Lage. Diese kann man mittels der Spielmechanik insofern besser ausnutzen, als man am Flügel z.B. konkret bei der Dämpfung mit Gewichten arbeiten kann. Das lässt uns die Spielart als authentisch und somit angenehmer erleben. Kräfte elastischer Federn unterscheiden sich von jenen Kräften, die man beim Überwinden von Gewichten im Schwerkraftfeld der Erde aufwenden muss. Da man in der Regel keine Sicht auf den Widerstand in der Klaviatur bzw. Mechanik hat, bekommt man einfach ein schlechteres Spielgefühl bei einer Mechanik, in der zwangsläufig Federkräfte eingesetzt werden. Das ist beim Klavier der Fall, wenn man nämlich die Saiten beim Loslassen der Taste mittels des Drucks einer elastischen Feder dämpft. Diese ungewohnten Kräfte sind letztlich der Grund, warum selbst ein Klavierspieler mit der Spielart eines Keyboards niemals so richtig glücklich wird.
In der Konsequenz der unterschiedlichen Lage der Mechaniken zwischen Flügel und Klavier sowie den sich daraus ergebenden konstruktiven Unterschieden muss der Spieler die Taste beim Flügel nicht ganz loslassen, um den Ton neu anspielen zu können. Dadurch bekommt sein Spiel hinsichtlich der Anschlagsschnelligkeit eine höhere Effizienz. Aufgrund der soeben beschriebenen konstruktiven Besonderheit gibt es die echte Repetitionsmechanik nur im Flügel!
Diese Einsicht in die besseren Bedingungen der Spielart eines Flügels hat zuerst Seiler (Kitzingen) motiviert, 1987 eine raumsparende Kombination eines Flügelmodells bestehend lediglich aus einer Flügelmechanik verbunden mit einem Midi-Klangsystem unter dem Namen DuoVox zu erfinden. Die Idee wurde 2009 von Yamaha aufgegriffen und im AvantGrand mit
umgesetzt. Die beiden Instrumente werden der Kategorie der Hybrid-Pianos zugeordnet. Doch meiner Ansicht nach kann man aus dieser Idee mehr herausholen. Zum Mehr-Wert dieser noch relativ unbekannten Nische bestehend aus
finden Sie meine Gedanken unter www.hybrid-piano.de.
Zum Seitenanfang Worin unterscheiden sich die Spielart von Flügel und Klavier genau?Lassen Sie uns bei der Ermittlung der Unterschiede mit dem Muster der Handlungsabsichten beginnen. Der Klavierspieler will
Wir wissen, dass der Ton beim Piano durch Anschlagen der Saiten mittels einer Hammermechanik erzeugt sowie im Diskant bis ungefähr zum Ton f3 mittels Dämpfern beendet werden kann. Aus diesem Muster folgt:
Das Loslassen der Taste sowie eben das Zurückkehren der mechanischen Elemente in eine neue Startposition sind die leistungsbegrenzenden Faktoren für die Schnelligkeit des Klavierspiels.
Die Schnelligkeit als eine Leistungseigenschaft der Spielart lässt sich beeinflussen
Aus der grundsätzlich unterschiedlichen Position des Hammers bei Klavier und Flügel im Moment des Auftreffens auf den Saiten ergibt sich, dass beim Flügel die Schwerkraft optimal genutzt werden kann, damit der Hammer schnellstmöglich wieder in eine Position der Wiederbespielbarkeit gelangt.
Beim Klavier ist das Gegenteil der Fall, denn der Hammer steht genau in der Linie der Schwerkraft, die somit nicht genutzt werden kann. Aus diesem Grund hat man unten am Ende des Gegenfängers ein Band angebracht und dieses mit dem Hebeglied der Klaviermechanik verbunden. Da dieses Hebeglied wiederum im rechten Winkel zum Feld der Schwerkraft steht, wird es von der Schwerkraft angezogen und hilft dem Hammer durch die Verbindung des dann gestreckten Bandes bei der Rückwärtsbewegung:
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Was kann die Spielart an Besonderheiten leisten?
1823 entwickelte Sebastian Erard (Wikipedia) die so genannte Repetitionsmechanik (Wikipedia). Sie optimiert die Schnelligkeit. Dies gelingt, indem beim Loslassen der Taste der Hammer leicht angehoben wird. Dadurch gelangt die Stoßzunge schneller unter die Hammerstielrolle, und der Ton ist bereits wieder spielbar, obwohl sich die Taste erst auf dem halben Rückweg befindet.
Wie ich es oben beschrieben habe, ist die Benachteiligung der Spieltechnik am Klavier konstruktionsbedingt. Zuerst wurde nämlich die Hammermechanik für den Flügel erfunden und im Lauf der Zeit perfektioniert. Erst Anfang des 19. Jahrhunderts entwickelte man das aufrecht stehende Klavier und in dem Zusammenhang eine neue Mechanik. Aufgrund der veränderten Position hinsichtlich der Schwerkraft kann diese Konstruktion nicht die gleichen Leistungen in der Spielart bieten wie die Flügelmechanik. Die bisherigen Verbesserungsversuche blieben Sondermodellen vorbehalten. Eine Mechanikvariante von Langer 1911 können Sie auf dem folgenden Video betrachten:
Neuere Lösungen finden Sie hier:
In einigen Bildern will ich Ihnen kurz zeigen, wie die Feinheiten der Mechanikregulierung am Modell einer Flügelmechanik aussehen. Sie können übrigens an zwei interaktiven Modellen der Flügel- sowie der Klaviermechanik auf meiner Homepage www.praeludio.info (Navigation: Button Mechanik-Modelle) die dynamischen Abläufe selbst studieren.
In der Startposition sehen Sie die Taste in der Ruhelage. Die Stoßzunge steht unter der Hammerstielrolle, und somit bereit, den Hammer gegen die Saite zu stoßen. Der Dämpfer liegt auf der Saite auf.
Die Taste wird nach unten gedrückt. Auf halben Weg des Hammers beginnt der Dämpfer abzuheben. Man sieht im Bild, wie das Tastenende mit dem Dämpferlöffel Kontakt aufnimmt. Die Stoßzunge befindet sich noch unter der Hammerstielrolle.
In dieser Einstellung sieht man den so genannten Auslösepunkt. Kurz vor dem Auftreffen gibt die Stoßzunge den Hammer frei. Das heißt, die Stoßrunge rutscht unter der Hammerstielrolle heraus. Diesen kurzen Weg zwischen Hammerkopfspitze und Saite wird der Hammer geworfen. Die Strecke davor wurde er von der Stoßzunge geführt.
Hier sieht man den Hammer in der Position unmittelbar bevor er die Saite trifft. Der Dämpfer ist bereits abgehoben und die Stoßzunge ist aus der Position unter der Hammerstielrolle nach rechts gerutscht.
Die Saite schwingt. Der Hammer wurde von Saite zurückgeworfen sowie von der Schwerkraft angezogen. Damit er nicht mehrfach die Saite beliebig anschlagen kann ("Trommeln"), wird er im so genannten Fänger ruhig gestellt. Die Stoßzunge steht vor der Hammerstielrolle.
Wenn man nun die Taste loslässt, so kann man beobachten, wie der Hammer ein kleines Stück angehoben wird. So kann die Stoßzunge schneller wieder unter die Hammerrolle gelangen. Der Ton kann erneut angeschlagen werden. Die Häufigkeit der möglichen Anschläge pro Zeiteinheit wird erhöht.
Die Stoßzunge ist wieder unter der Hammerrolle. Der Hammer kann also erneut angeschlagen werden, obwohl die Taste längst nicht in ihrer Ausgangslage und vor allem der Hammer von seiner Ruheposition (im Vergleich mit der Position "Start") weit entfernt ist.
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Wie stehen Klavierhersteller zu der Qualität der Mechanik?
Die Firma Schimmel hat die Erfahrung gemacht, dass sowohl die Spielart als auch das Spielgefühl von der Qualität der verwendeten Materialien sowie der Präzision bei der Verarbeitung abhängen. Daher hat sich der Klavierhersteller Schimmel entschieden, alle Mechaniken in seinen Instrumenten nur noch von der Firma Louis Renner herstellen zu lassen. Diese Feststellung können Sie sich noch einmal in einem Video auf der Homepage der Firma Louis Renner ansehen und anhören.
Zahlreiche Klaviermarken verwenden Mechaniken der Firma Renner. Doch kein Klavierbesitzer kennt die Marke der Mechanik in seinem Instrument und kaum ein Klavierspieler hat schon einmal etwas von Renner gehört. Dabei könnte dieser Hersteller von Klaviermechaniken seine zentrale Rolle im Klavierbau ausspielen. Erfahren Sie mehr in meinen Blog RENNER INSIDE.
Zum Seitenanfang Welches Touch Design hat Ihr Piano?Was ein Touch Design ist, werden Sie bestimmt wissen wollen. Der Erfinder dieses Begriffs, Mr. Stanwood, meint damit das Berührungs-Design jedes Tasteninstruments.
Das hohe Ziel dieses Ansatzes lautet: Beim Klavier spielen den Mechanismus zwischen Taste und Hammer verschwinden lassen, so dass man das Empfinden hat, mit seinen Fingern direkt den Hammer zu bewegen – und somit den Ton zu er-tasten!
Mr. Standwood geht es darum, die Gewichtsunterschiede zwischen den Tasten, den Mechanikteilen und den Hämmern auszugleichen. Der Klavierspieler soll bei jeder Taste identische Gewichte antreffen und sich nicht auf unterschiedliche Massen wie z.B. im unteren Bass und im oberen Diskant einstellen zu müssen. Diese Problematik verschärft sich für Pianisten, die immer wieder an unterschiedlichen Instrumenten das Publikum gleichermaßen verzaubern wollen. Dazu werden nach der Methode Precision TouchDesign™ das Gewicht jeder einzelnen Komponente der Mechanik sowie die Tasten auf speziell angefertigten Präzisionswaagen ermittelt und entsprechend angeglichen. Mr. Stanwood führt Ihnen seine Methode selbst vor:
Kommentar: In Einzelfällen habe ich selbst Unterschiede in der Gewichtung der Tasten beim Flügel als Ursache für eine ungleichmäßige Repetitionsgeschwindigkeit feststellen können. Davon betroffen sind nicht etwa nur NoName-Pianos. In dem Video über TouchDesign™ wird ja sogar Steinway (bei Minute 2:35) als ein bekannter Hersteller von Premium-Flügeln genannt, dessen Instrumente nach Generalüberholungen gerade in der Spielart zu völlig unterschiedlichen Ergebnissen geführt haben.
Beim Bund Deutscher Klavierbauer kann man aktuell einen verständlichen Nachholbedarf an Vorträgen über die Zusammenhänge zwischen
beobachten. Verständlich ist der Nachholbedarf insofern, als in der Vergangenheit diese Themen im Klavierservice wenig Beachtung fanden. Das beweisen meine Erfahrungen mit Instrumenten, die bis zu 150 Jahre alt sind. Doch meiner Ansicht nach entbehren nachträgliche Korrekturen am so genannten Spielwerk vor allem beim Flügel ihrer Grundlage. Denn wer sich ein grand piano leistet, der kann aufgrund der hohen Preise erwarten, dass derartige Optimierungen bereits im Werk bzw. beim Mechanikhersteller vorgenommen worden sind. Wenn das jedoch nicht der Fall ist, dann kann man sich ernsthaft Gedanken nicht nur um die Qualität von Made in Germany sondern insgesamt um den Stand der Klavierindustrie machen. Bei der Gelegenheit muss es erlaubt sein, das bereits angesprochene hohe Preisniveau begründet zu hinterfragen.
Zum Seitenanfang Wie kann man die Spielkontrolle konstruktiv optimieren?Einen anderen Ansatz als Mr. Stanwood zur
verfolgt Hans Velo, der Erfinder der so genannten Magnetic Balanced Action - Mechanik (MBA). Diese Mechanik ist von Fazioli und Petrof eingeführt worden. Anders als bei der traditionellen Vorgehensweise werden hier nicht die einzelnen Tasten ausgewogen und mit Gewichten versehen. Bei der MBA-Mechanik kann man vielmehr das Spielgewicht der Klaviatur mittels Magneten für 3 getrennte Bereiche jederzeit neu einstellen.
Bezüglich der Spielart macht sich der Unterschied zwischen den beiden Mechaniken vor allem beim schnellen Spiel sowie beim Fortissimo bemerkbar. Denn die Taste besitzt einen Trägheitsmoment. Dieser bleibt bei langsamen und leisen Spiel mit geringen Krafteinsätzen gleich, aber er verändert sich beim Einsatz von größeren Kräften. Der Unterschied vergrößert sich bei einer mit Gewichten versehenen Klaviatur. Bei der MBA-Mechanik wird die Gewichtssteigerung vermieden. Zusammenfassend kann man feststellen, dass die Magnetic Balanced Action die Spielkontrolle nicht nur beim Fortissimo sondern aufgrund der Besonderheiten der Konstruktion auch beim Pianissimo verbessert. Diese Lösung ist insgesamt weniger aufwendig und vor allem braucht sie zur Einstellung nicht einmal einen Fachmann: Der Klavierspieler / Pianist kann die Veränderungen selbst vornehmen!
Auf seiner Internetseite stellt Hans Velo darüber hinaus die Magnetic Friction Reduction (MFR) vor, eine Methode zur Reduzierung der Reibung innerhalb der Flügelmechanik. Insgesamt bemühen sich also die Klavierkonstrukteure im Rahmen der so genannten Spielart, dem Klavierspieler das Überwinden unnötiger Kräfte zu ersparen, damit sich dieser ganz seinem ausdrucksstarken da gefühlvollen Spiel widmen kann.
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